Trauerbegleitung

Sterbebegleitung und Trauerbegleitung gehören zusammen.

Sterbebegleitung und Trauerbegleitung gehören zusammen. Wenn Menschen sterben, sind da auch Menschen, die trauern. Und viele fühlen sich nach dem Tod eines nahen Angehörigen, einer Freundin oder eines Freundes allein gelassen. Nicht immer können vertraute Menschen mit dem Kummer und Schmerz der trauernden Person umgehen oder sie befinden sich selbst in einem Trauerprozess.

In der Trauer stellen sich viele Fragen: Wie traurig darf ich sein? Fühlen andere sich auch so wie ich? Ist mein Verhalten normal? Ganz wichtig ist da festzuhalten: Es gibt keine richtige Art des Trauerns – und auch keine falsche.

Trauer ist genauso einzigartig wie Menschen und ihre Beziehungen zueinander.

Eine Begleitung kann Trauer natürlich nicht verschwinden lassen. Sie hilft Trauer zu verstehen als eine natürliche, (über-)lebensnotwendige und gesunde Reaktion auf Verlust. Die Trauerbegleiterin und Therapeutin Chris Paul bringt es in ihrem Leitspruch auf den Punkt: „Trauer ist die Lösung, nicht das Problem.“

Trauerbegleitung durch das Hospiz Leonberg e.V.

Auch im Leonberger Hospiz hat Trauer ihren Platz. Unsere Begleitungen enden nicht mit dem Tod unserer Gäste, für deren An- und Zugehörige sind wir weiterhin da. Auch Trauernde, die bisher nicht in Verbindung zum Hospiz standen, können unseren Dienst in Anspruch nehmen.

Unsere Aufgabe sehen wir darin, Menschen in Trauer auf ihrem Weg zu begleiten, indem wir ihnen ein Gesprächsangebot unterbreiten. Ob einzeln oder in der Gruppe: Mithilfe von Gesprächen können wir dabei helfen, belastende Dinge anzusprechen und gemeinsam neue Perspektiven für das eigene Leben zu finden.

Bei einer Begleitung in Einzelgesprächen nimmt sich eine fest zugeteilte Mitarbeiterin der trauernden Person an und geht einfühlsam auf deren Fragen und Sorgen ein. Durch die Eins-zu-eins-Begleitung kann in besonderem Maße auf individuelle Bedürfnisse und Wünsche eingegangen werden.

Manche Menschen fremdeln mit der Vorstellung, in einer Gruppe von Unbekannten über persönliche Empfindungen zu sprechen und Gefühle zu zeigen. Dabei kann man sehr von der Gruppe profitieren. In geschützter Atmosphäre ist Raum, sich mit Menschen, die Gleiches durchleben, auszutauschen, Erlebtes mitzuteilen und über eigene Erfahrungen zu sprechen. So unterstützt die Gruppe Trauernde darin, ihre individuelle Form der Bewältigung und Wege des Erinnerns zu finden.

Im Zentrum stehen Fragen wie: Was passiert im Trauerprozess? Wie kann ich mit den vielen, oft verwirrenden Gefühlen umgehen? Wie wird mein Leben weiter gehen?

Wenn Sie selbst in Trauer sind: Wagen Sie den ersten Schritt, die weiteren Schritte gehen wir gemeinsam.


Auf den Punkt: Die wichtigsten Infos in der Übersicht

  • Einzelbegleitungen werden durchgängig von derselben Mitarbeiterin durchgeführt, die Terminabsprache erfolgt individuell, auch die Anzahl der Termine ist individuell.
  • Gruppenbegleitungen finden an sieben bis acht Abendenterminen à zwei Stunden in den Räumen des ambulanten Hospizdienstes statt. Geleitet wird die Gruppe von Daniela John (Leitung Ambulanter Hospizdienst, Trauerbegleiterin BVT) und Karen Lücking-Löw (Mitglied im Vorstand des Hospizvereins, Trauerbegleiterin BVT). Vor der Gruppenteilnahme findet ein individuelles Kennenlern-Gespräch statt. Die Gruppengröße variiert, oft bilden acht bis 14 Personen die Gruppe. Für aktuelle Termininformationen schauen Sie bitte unter Neuigkeiten oder melden sich bei Daniela John.
  • Mit unserem Trauercafé bieten wir allen Trauernden einen offenen Treffpunkt in Café-Atmosphäre an, bei dem sie anonym bleiben können. Aktuelle Termine finden Sie im Bereich Neuigkeiten.
  • Unser Angebot ist keine Therapie. Es wird klar zwischen der Begleitung einer Trauer als gesunde Reaktion auf ein Verlusterlebnis und therapiebedürftiger erschwerter Trauer unterschieden. Wenn jedoch eine Therapie notwendig erscheint, beraten wir entsprechend über weitere Unterstützungsangebote.
  • Grundsätzlich kann jeder trauernde Mensch unsere Angebote anfragen und nutzen, also auch wenn bisher keine Verbindung zum Hospiz bestand.
  • Unser Angebot ist kostenlos, wir freuen uns aber, wenn sich Teilnehmende mit einer Spende an den Kosten beteiligen, damit die Weiterführung unserer Arbeit gewährleistet ist.
  • Qualifizierung: unsere hauptamtlichen und ehrenamtlichen MitabeiterInnen sind nach den Standards des Bundesverbandes Trauerbegleitung ausreichend geschult.

Kontakt

Wenn Sie Interesse an unseren Angeboten haben oder Fragen offen sind, wenden Sie sich bitte an Diplom-Pädagogin Daniela John, Leitung Ambulanter Hospizdienst und Trauerbegleiterin BVT (Bundesverband Trauerbegleitung).